Warum

Eine problematische Pubertäts- und Adoleszenz-Entwicklung, schwierige familiäre Verhältnisse, Leistungs- und Selbstdarstellungsdruck, Stress und Überforderung im Alltag oder Mobbing führen zu psychischen Belastungen und wirken sich beispielsweise mit Essstörungen, Substanzmissbrauch, Depressionen, Angstzuständen, Gewalt an Dritten oder Autoaggressionen aus.

Hoher Bedarf

Die Anzahl betroffener Jugendlicher nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Der Aufnahmedruck auf Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz), Kliniken, ambulante Angebote und psychiatrische oder psychologische Praxen ist seit Jahren gross, die Wartezeit auf einen ersten Termin dauert Monate. Dadurch manifestieren sich Störungen und Problemsituationen. Die Folgekosten steigen - auch bei Jugendlichen, die frühzeitig und freiwillig Hilfe in Anspruch nehmen wollen.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsspital Zürich konstatiert für 2020 so viele Notfälle wie noch nie,
die Corona-Pandemie hat den bestehenden Trend also beschleunigt. Die traurigen Rekordzahlen bestehen, obwohl sich nur etwa die Hälfte der Betroffenen professioneller Hilfe anvertraut.

Unbehandelt beeinflussen psychische Störungen die Entwicklung beträchtlich.
Betroffene Jugendliche brauchen rasche und unbürokratische Hilfe auf freiwilliger
Basis, anonymisiert und für sie kostenlos. 
Damit werden Erkrankungen mit langfristigen, ungünstigen Entwicklungen verhindert und Folgekosten verringert.

Was

Jugendberatung.ch ist ein Brückenangebot. Jugendlichen in Krisen wird innert weniger Tage ein Termin für ein Erstgespräch angeboten. Eine Jugendberatung erstreckt sich über maximal 12 Gespräche und es wird bei Bedarf gemeinsam mit der oder dem Jugendlichen eine Anschlusslösung gesucht.

Früherkennung

Jugendberatung.ch wendet sich an Jugendliche zwischen 12 bis 18 Jahren, die sich in akuten Notsituationen, Schwierigkeiten oder in einer Krise befinden und in einer Anschlussgemeinde wohnhaft sind.

Die Jugendberatungsstelle arbeitet

  • vertraulich,
  • setzt auf Freiwilligkeit der und des Jugendlichen,
  • ist unbürokratisch,
  • gut erreichbar,
  • und für Jugendliche kostenlos.

Jugendliche nehmen selber Kontakt mit Jugendberatung.ch auf
oder machen gemeinsam mit einer Bezugsperson aus dem Umfeld (Familie, Freundinnen und Freunde, Jugendarbeit, Schule, Vereine usw.) den ersten Schritt.
Jugendberatung.ch setzt dabei immer auf eine freiwillige Teilnahme der oder des Jugendlichen.

Wer

Dem Netzwerk Jugendberatung.ch sind erfahrene und qualifizierte Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit eidgenössisch anerkanntem Abschluss angeschlossen. Sie führen die Beratungen durch und bieten rasch eine fachliche Abklärung und Unterstützung an.

Eingesetzt und betreut wird das Netzwerk durch eine Fachperson der MOJUGA. Diese nimmt in einem Erstgespräch mit der oder dem Jugendlichen die Thematik auf und vermittelt zu der geeigneten Jugendberaterin oder dem geeigneten Jugendberater.

Getragen wird das Angebot von der MOJUGA Stiftung für Kinder- und Jugendförderung. Die MOJUGA ist seit über 25 Jahren in der Kinder- und Jugendförderung tätig und in ihrer Arbeit täglich im Dialog mit Jugendlichen. Durch jährlich über 30'000 Kontakte und rund 8'000 Gespräche wissen wir, wie sich unsere Jugendlichen fühlen und erfahren sehr früh von persönlichen Problemen oder sich anbahnenden Krisen.