Sexuelle Gewalt
Dein Körper gehört dir. Du allein hast das Recht zu entscheiden, wie, wann und von wem du berührt werden möchtest. Niemand - kein Onkel, keine Tante, kein Nachbar und keine Familienfreundin - hat das Recht, dich so zu berühren, dass es dir unangenehm ist. Achte auf deine Gefühle, du kannst dich auf sie verlassen. Meist fühlst du sehr gut, ob dir wohl ist in einer Situation oder nicht. Es gibt schöne Gefühle, die dich froh machen. Es gibt aber auch unangenehme und seltsame Gefühle, die dich verunsichern und dir Angst machen oder sogar weh tun. Solche Gefühle zeigen dir, dass etwas nicht stimmt. Du solltest lernen, auf sie zu hören. Sie allein können dir mitteilen, ob etwas für dich gut ist oder nicht. Was kannst du machen, wenn dir bereits sexuelle Gewalt angetan wird?
Du bist nicht schuld. Vielleicht versucht der Täter, dir die Schuld in die Schuhe zu schieben und sagt: "Du hast es ja gewollt und mich provoziert." Du bist nie schuld daran, wenn dir jemand sexuelle Gewalt antut - ebensowenig wie jemand schuld daran ist, wenn er ausgeraubt wird. Die Verantwortung liegt immer beim Täter. Genau so wie Kindsmisshandlung ist auch sexuelle Gewalt verboten. Der Täter kann dafür bestraft werden, und er weiss das auch. Deshalb bedroht er dich vielleicht, damit du niemandem etwas sagst. Trotzdem musst du aber so bald als möglich Hilfe suchen. Am besten sprichst du mit jemanden, dem du vertrauen kannst oder wendest dich an eine Beratungsstelle (pro juventute Telefonhilfe 147, Nottelefone, Jugendberatungsstellen). Du kannst dich darauf verlassen, dass niemand etwas gegen deinen Willen tut. Aber: Hilfe ist möglich. Du kannst dich aus deiner Situation befreien.
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