Die vier Phasen des Mobbingprozesses nach Heinz Leymann
Heinz Leymann, der als Pionier der Mobbingforschung gilt, beschreibt vier Phasen
des Mobbings. Sowohl die Täter als auch die Opfer durchlaufen die Phasen
gleichermassen und passen ihr Verhalten aktiv oder passiv den jeweiligen Phasen
an.
Leymann bezieht sich in den vier Phasen auf das Mobbing am Arbeitsplatz. Sie
sind unserer Meinung nach jedoch auch übertragbar auf die Vor- und Grundschule.
Erste Phase: Die alltäglichen Konflikte: Die erste Phase
ist durch einzelne Unver-schämtheiten und Gemeinheiten der Kollegen/-innen
und Vorgesetzten gekennzeichnet. Der anfängliche Konflikt spitzt sich zu.
Zweite Phase: Mobbing etabliert sich: Diese Phase stellt den
Übergang von täglichen Konflikten zum eigentlichen Mobbing und Psychoterror
dar. Die Mobbing-Handlungen werden regelmässig und mindestens über
den Zeitraum von einem halben Jahr vorgenommen. Die Verfassung des Opfers wird
immer schlechter und das Verhalten von Mobbern und Gemobbten wird entsozialisiert.
Es kommt zur Stigmatisierung des Opfers.
Dritte Phase: Destruktive Personalverwaltung: Diese Phase
ist gekennzeichnet durch Rechtsbrüche sowie Über- und Fehlgriffe der
Personalverwaltung. Das Personal-management ist dieser Situation nicht gewachsen.
Das stigmatisierte, als krank abgestempelte Opfer wird „bearbeitet“.
Beispiele dafür sind Versetzungen oder der Versuch der Kündigung.
Beim Opfer kommt es zu traumatischen Erlebnissen, die mit Existenzangst und
Verzweiflung einhergehen.
Vierte Phase: Der Ausschluss: Es kommt zur Ausgrenzung und
Abschiebung des Opfers aus dem Arbeitsleben und damit oft auch aus gesellschaftlichen
Bezügen in Form von: Mehreren Verletzungen nacheinander, abschieben und
isolieren, langfristiger Krankschreibung, Abfindung, Frührente, Einlieferung
in eine psychiatrische Klinik. (Für Kinder könnte dies beispielsweise
einen Klassenwechsel bedeuten.)
Ab der 3. Phase muss externe Hilfe herangezogen werden.