Interventionsmoeglichkeiten / Massnahmen bei Mobbing


Um eine Mobbingsituation erfolgreich bekämpfen zu können, braucht es vorerst zwei wichtige Voraussetzungen:

Problembewusstsein: Die Erwachsenen in der Schule, aber
auch die Eltern müssen sich dem Problem „Mobbing unter
Schülern“ bewusst sein.

Betroffenheit: Die Erwachsenen müssen beschliessen, sich ernsthaft mit dem Problem zu befassen und sich für eine Änderung der Situation einzusetzen.
Danach gibt es ganz unterschiedliche Interventionsprogramme, wobei die Vorgehens-weise mehrheitlich sehr ähnlich ist.
Als Beispiel wird hier ein Lösungsmodell mit dem Namen „No Blame Approach“ vorgestellt. Der Ansatz wurde Mitte der 80er Jahre von Barbara Maines und George Robinson in England entwickelt. Erst seit kurzem wird die Methode auch in Deutschland und in der Schweiz angewandt. Das spezielle und zugleich erfolgreiche an diesem Modell ist, dass es keinerlei Schuldzuweisungen gibt. Die Vorgehensweise verläuft in drei Schritten:

Gespraech mit dem Mobbing-Opfer: Die Befindlichkeit des Opfers muss möglichst plastisch dargestellt werden (mit Worten, Zeichnungen, Gedichten…): Wie schläfst du? Albträume? Gefühle? Wie fühlst du dich in deiner Freizeit? Auswirkungen zu Hause? Körperliche Symptome? Zudem gilt es herauszufinden, wer welche Rolle hat: Anführer/-innen? Aktive Plager? Mitläufer/-innen? Neutrale Kinder etc. Das Opfer muss genau über die Vorgehensweise informiert werden. Es muss das Einverständnis geben und dem ganzen eine Chance geben.

Treffen mit Experten/-innen: Dieses muss schnell nach dem Gespräch mit dem Opfer stattfinden, evtl. noch am gleichen Tag. Die Expertengruppe besteht aus Tätern, Mitläufern sowie Kindern, die nichts mit dem Mobbing zu tun hatten, aber eine konstruktive Rolle bei der Lösung spielen könnten. Erfahrungen zeigen, dass eine Gruppe von 6-8 Kindern gut geeignet ist. Bei ?-Opfer, eher mehr ? in der Experten-gruppe. Bei einem ?-Opfer, eher mehr ? in der Gruppe. Das Opfer ist nicht dabei!

Nachgespraech mit allen Beteiligten: Nach ca. einer Woche werden alle Experten/
-innen und das Opfer einzeln über ihre Erfahrung befragt: Konntest du das Vorgenommene umsetzen? Wie ist das Ergebnis? Wie fühlst du dich dabei? Führst du das weiter? Nach ca. zwei bis drei Wochen findet ein Treffen mit allen Experten/
-innen statt (z. B. in einem festlichen Rahmen (Rimus…)). Wenn nötig wird das Projekt verlängert, ansonsten mit einem grossen und lauten Lob abgeschlossen.

Praeventionsideen (koennen auch die Intervention unterstuetzen!)


Im Zusammenhang mit dem Thema „Mobbing“ gibt es unzählige verschiedene Medien. Es gibt Bücher, Zeitschriften- und Zeitungsartikel, Filme, Poster, Geschichten usw. Es ist wichtig, dass man die zur Verfügung stehenden Materialien gut studiert und sich situationsgemäss für die passendsten entscheidet. Nicht für jeden Fall eignen sich dieselben Materialien.
Zum Abschluss dieser Arbeit sollen einige Möglichkeiten aufgelistet werden, wie dem Thema „Mobbing“ in der Grundschule entgegen gewirkt werden kann:


- Lesen und Bearbeiten von Mobbing-Geschichten im Unterricht:

- „Nicht Chicago. Nicht hier.“ (Boie, Kirsten. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg. 1999.)

- „Simon gibt sich nicht geschlagen“ (Arvola, Ingeborg. Ueberreuter, Wien. 2000.)

- Thema „Respekt“ im Unterricht behandeln:

- respekt. (Polloni, Y., Mathys, M., Bernet, S. Bernet Bildung-Verlag, Bernhardzell. 2004.)

- Thema „Mobbing“ im Unterricht behandeln: (Sach-Literatur als Grundlage für LP)

- “Das ist gemein!“ Wenn Kinder Kinder mobben. So schützen und stärken Sie ihr Kind. (Alexander, Jenny. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau. 1999.)

- Mobbing bei Kindern. Erkennen, helfen, vorbeugen. (Eckardt, Dr. Jo-Jaqueline. Urania Verlag, Stuttgart. 2006.)

- Quälgeister und ihre Opfer. Mobbing unter Kindern – und wie man damit umgeht. (Alsaker, Françoise D. Verlag Hans Huber, Bern. 2003/2004.)

- Medienpaket "Mobbing". Mobbing ist kein Kinderspiel. (Beinhaltet folgende Medien: Arbeitsheft zur Prävention in Kindergarten und Schule, Film „Mobbing ist kein Kinderspiel“, Leporello, Poster)
(siehe auch: http://www.praevention-alsaker.unibe.ch/lehrpersonen/lehrpersonen.html)
(Valkanover, S., Alsaker, F., Welten, R., Svrcek A., Kauer, M. schulverlag blmv AG, Bern. 2004.)

- Be-Prox, das Berner Präventionsprogramm gegen Gewalt im Kindergarten und in der Schule:
(http://www.praevention-alsaker.unibe.ch/Mobbing%20im%20Kindergarten%20-%20Januar%202006.pdf)

- Spiele zur Stärkung des Selbstwertgefühls. Ein Praxisbeispiel für die Grundschule. (Mosley, Jenny & Sonnet, Helen. Persen Verlag GmbH, Horneburg. 2005.)

- Nützliche Internetseiten zum Thema „Mobbing“:
Mobbing-Info: http://www.mobbing-info.ch/
Mobbing in der Schule: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOBBING/Programme.shtml
Mobbing-Konzept, Köniz: http://www.erz.be.ch/site/erziehungsberatung-koeniz-dl-mobbingkonzept_schule.pdf