Erscheinungsformen


Aggressive Handlungen können in physische, verbale und nonverbale Formen unterteilt werden. Zudem unterteilt man diese aggressiven Handlungen ebenfalls in direkte und indirekte Formen. Bei den direkten Formen werden der Täter und das Opfer direkt miteinander konfrontiert. Bei der indirekten Form fällt die Konfrontation aus, was dem Täter insofern den Vorteil bringt, dass unmittelbare Gegenangriffe vermieden werden können.
In der Forschung zu Mobbing unter Kindern wird in erster Linie zwischen direkten und indirekten Formen unterschieden, wobei bei den direkten Formen wiederum physische und verbale Angriffe auseinander gehalten werden. Physische Quälereien unter Kindern
erstrecken sich von ungefährlichen, jedoch schmerzhaften Verhaltensweisen wie Kneifen oder an den Haaren reissen bis hin zu lebensbedrohlichen Aktionen wie z.B. mit harten Gegenständen dreinschlagen oder ein Kind vom Trottoir auf die Strasse stossen.
Zu den direkten physischen Formen des Plagens gehören alle Tätlichkeiten, die gegen den Willen des angegriffenen Kindes verstossen. Schläge sind unverkennbare Angriffe. Aber auch Handlungen wie beispielsweise festgehalten, in einen Raum eingesperrt oder mit dem Kopf in die Toilettenschüssel gedrückt werden sind Erinnerungen, von welchen Kinder berichteten, die über einen längeren Zeitraum hinweg geplagt wurden. Aber auch unschuldige Kinderküsse können zum Quälen eines anderen Kindes eingesetzt werden.
Die physischen Formen des Mobbings sind in der Schule jedoch weniger verbreitet, als die verbalen, nonverbalen und indirekten Formen.
Am häufigsten kommen die verbalen Angriffe vor, allem voraus das Nachrufen von groben, gemeinen und obszönen Namen. Doch auch auslachen, abschätzige Ausdrücke verwenden, anschreien, einmischen und blossstellen sind häufige Formen des Mobbings. Drohungen und Erpressungen kommen vor, allerdings nehmen diese wiederum eine Sonderstellung ein, da sie meistens auf physische Angriffe anspielen.
Indirekte Angriffe sind eine subtilere Form von Mobbing. Der Anschein wird erweckt, dass gar keine Absicht bestand, jemanden zu verletzen. Zu diesen indirekten Formen gehören Verhaltensweisen wie beispielsweise das Ausschliessen aus einer Gruppe, Ignorieren oder Gerüchte verbreiten. Zu der indirekten Form des Mobbings zählen ebenfalls die soziale Manipulation und die relationale Aggression. Unter der sozialen Manipulation versteht man alle Handlungen, die dazu führen, dass die soziale Situation einer Person verschlechtert wird. Falsche Gerüchte zu verbreiten zählt zu den typischen Strategien die bewirken, dass die Person aus der Gruppe gleichaltriger ausgeschlossen wird. Bei der relationalen Aggression wird versucht, Beziehungen zu beschädigen, die einer Person wichtig sind.
Der Unterschied zwischen direkten und indirekten Angriffen ist nicht immer sehr deutlich. Beispielsweise kann die Zerstörung von Eigentum des Opfers in seiner Gegenwart und hinter seinem Rücken geschehen. Grimassen schneiden oder dem Opfer aus dem Weg gehen sind Aktivitäten, die abgestritten werden können.
Indirekte Formen werden in vielen Studien nicht miterfasst und dort wo sie miterfasst werden, werden sie nicht gleichwertig mit den direkten Formen behandelt. Die indirekten Formen von Mobbing sind jedoch bereits im Vorschulalter ein Stressfaktor für Kinder. Gemäss Studien sind betroffene Kinder übertrieben anhänglich, bedrückt und müde und suchen stärker den Kontakt zu Erwachsenen. (Alsaker Françoise D., 2004, Quälgeister und ihre Opfer, S. 24)