Einleitung


Einerseits ist Mobbing zu einem umgangssprachlichen Inwort geworden, andererseits stellt es ein ernst zu nehmendes soziales Phänomen dar. Mobbing geschieht oft im Versteckten, wird gelegentlich mit „normalen“ Konflikten verwechselt und ist vom Schweigen aller beteiligten Parteien geprägt. Es verursacht seelische, körperliche und geistige Schäden bei Betroffenen.
Das aus dem Englischen stammende Wort „to mob“ kann mit „jemanden tätlich angreifen oder anpöbeln“ übersetzt werden. Mobbing reicht von Spot und Verleumdung bis hin zur gezielten Benachteiligung und Misshandlungen. Die ausgeführten negativen Handlungen geschehen nicht nur einmal, sondern werden über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt. In Grossbritannien und Irland wird „Bullying“ als Synonym für „Mobbing“ verwendet. Bullying steht auch für ein weniger subtiles Verhalten als Mobbing, wobei körperliche Gewalt oder deren Androhung eine prominentere Rolle spielt als beim Mobbing, das eher psychisch als physisch betrieben wird. Einige deutschsprachige Autoren verwenden deshalb den Begriff „Bullying“ für Mobbing unter Kindern und Jugendlichen in der Schule in bewusster Abgrenzung zum Mobbingbegriff.
Die Zahl der Mobbing-Opfer am Arbeitsplatz in der Schweiz beläuft sich auf ca. 100‘000 Menschen, in Deutschland sogar auf 1,5 Millionen Personen. Ganze 10% aller Suizide lassen sich auf Mobbing zurückführen, wie die Deutsche Angestellten Gewerkschaft berichtete.
Doch Mobbing ist nicht nur am Arbeitsplatz verbreitet. Auch in den Schulen und Kindergärten ist es ein zentrales Thema.