Implanon
In der heutigen hektischen Zeit kommt es immer wieder vor, dass Frauen
die Pille verspätet einnehmen oder deren Einnahme über einen
Tag hinaus ganz vergessen. Dann ist eine sichere Verhütung nicht
mehr gewährleistet.
Wirkung, Einsetzen, Entfernen
In einem dünnen und mehrere Zentimeter langen Kunststoffstäbchen
ist der Wirkstoff in besondere Weise eingebracht. Der Wirkstoff ist Etonorgestrel,
ein Gelbkörperhormon (Gestagen). Dieses Hormon kommt seit langem
in einer Reihe von Pillen zur Anwendung.

Nach der Implantation des Kunststoffstäbchens unter die Haut an der
Innenseite des Oberarms wird der Wirkstoff in sehr geringen Dosen in den
Organismus freigesetzt.
Die Wirkung des Präparats besteht aus:
- Einer Verhinderung des Eisprungs
sowie
- Einer Veränderung des Gebärmutterhalsschleims, wodurch die
Wanderung der Spermien erschwert
wird.
Das Einsetzen des Kunststoffstäbchens erfolgt in einem kleinen kurzen
Eingriff unter örtlicher Betäubung. Um die Bildung eines Ödems
zu verhindern, wird über das Wundpflaster ein Druckverband angelegt,
der nach etwa einem Tag entfernt werden kann. Das Implantat kann jederzeit
mit Hilfe eines genau so kleinen Eingriffs wie beim Einsetzen entfernt
werden.
Damit die hohe Sicherheit der
Empfängnisverhütung mit Implanon von Anfang an gegeben ist,
ist der korrekte Einlagezeitpunkt sehr wichtig. Wenn zuvor keine hormonelle
Verhütung angewendet wurde, wird das Implantat zwischen dem ersten
und dem fünften Tag der Monatsblutung (bei Spontanzyklus) eingelegt.
Dies gilt auch, wenn zuvor eine Kupferspirale getragen wurde. Wenn zuvor
die Pille verwendet wurde, erfolgt die Einlage am besten unmittelbar am
Tag nach Einnahme der letzten Pille einer Packung.
Wird das Stäbchen zum
korrekten Zeitpunkt eingesetzt, bietet es bereits vom ersten Tag an eine
sehr hohe Sicherheit bei der Empfängnisverhütung, die bis zu
drei Jahre lang bestehen bleibt. Bei Übergewichtigen ist die Wirkdauer
in der Regel kürzer als bei Normalgewichtigen. Nach den drei Jahren
hört das Implantat nicht plötzlich auf zu wirken, die Sicherheit
nimmt jedoch allmählich ab. Deshalb sollte das Stäbchen spätestens
nach drei Jahren entfernt und durch ein neues ersetzt oder eine andere
Verhütungsmethode gewählt werden.
Nebenwirkungen
Die möglichen Nebenwirkungen entsprechen im Wesentlichen denen der
normalen Pille.
Periode
Es kann zu harmlosen Blutungsanomalien bis zum Ausbleiben der Periode
und/oder Schmierblutungen kommen.
Spätere Empfängnis
Einige Tage nach dem Entfernen des Implantats ist die Fähigkeit,
schwanger zu werden in keiner Weise beeinträchtigt.
Gewicht
Es wurden bei einigen Frauen der Studie Gewichtszunahmen beobachtet, die
sich aber im Rahmen der bei den sonstigen Pillen beobachteten hielten.
Thrombosen
Es wurde keine erhöhte Thrombosegefahr festgestellt.
Hautveränderungen
Bei Frauen, die vor der Anwendung unter Akne litten, wurde in zahlreichen
Fällen über eine Besserung berichtet. In seltenen Fällen
kam es dagegen zum Auftreten einer Akne.
Sicherheit
Der Pearl - Index ist nach den bisherigen Studien nahezu P= 0. Diese Art
der Verhütung ist daher als ganz besonders sicher anzusehen, eine
absolute Sicherheit gibt es jedoch nie.
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