Hepatitis
A Hepatitis B
Hepatitis
C Die spezifischen Gesundheitsrisiken bei Reisen in tropische und subtropische Länder werden von Reisenden unterschätzt. Viele Urlauber sind sich der Gefahren durch Infektionskrankheiten, die bei uns relativ selten sind, in vielen Reiseländern aber häufig vorkommen, nicht bewusst. Die Hepatitis A steht hinter Durchfall-Erkrankungen und Malaria an dritter Stelle der wichtigsten Reiseinfektionen in tropischen Ländern. Besonders gefährdet sind Reisende in Länder, in denen ein hohes Infektionsrisiko besteht (Indischer Subkontinent Pakistan, Bangladesch, Nepal, Indien). Zu einer guten Ferienplanung gehört es deshalb, sich 4 bis 6 Wochen vor Abreise beim Haus-ARZT/IN über die Risiken von Infektionskrankheiten im Ferienland zu informieren und entsprechende Schutzmassnahmen zu treffen. Die Anzeichen einer Hepatitis A Nach der Infektion mit dem Hepatitis A-Virus beträgt die Zeit bis zum Ausbruch der Erkrankung 20 bis 45 Tage, im Durchschnitt etwa 4 Wochen (Inkubationszeit). Erste Anzeichen sind unspezifische Beschwerden wie Appetitlosigkeit und Uebelkeit, oft einhergehend mit Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Häufig vermutet man dann eine Grippe. . . . bis dann die Anzeichen einer Gelbsucht - Gelbfärbung der Augen und Schleimhäute, später auch der Haut - zur richtigen Diagnose führen. Bei Ausbruch der Erkrankung klagen die Patienten oft über Oberbauchschmerzen und Durchfall, der Stuhl verfärbt sich hell, Urin dagegen nimmt eine bräunliche Farbe an. Der Arzt kann eine Vergrüsserung von Leber und Milz und oft einen schweren Ikterus (Gelbsucht) feststellen. Die eindeutige Diagnose kann der Arzt auf Grund einer Blutuntersuchung stellen. Es dauert etwa 4-8 Wochen, manchmal einige Monate, bis der Hepatitis A-Kranke sich besser fühlt und wieder arbeitsfähig ist. Die Schwere der Erkrankung ist altersabhängig. Bei Säuglingen und kleinen Kindern verläuft Hepatitis A meist mild oder ohne klinische Anzeichen. Bei zunehmendem Alter verstärken sich die Symptome. Chronische Fälle gibt es bei der Hepatitis kaum. Dies ist häufiger bei der Hep B oder C der Fall. Verbreitung der Hepatitis A Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Es lassen sich jedoch Gebiete mit höherem und niedrigerem Risiko unterscheiden, entsprechend den hygienischen Bedingungen dieser Länder:
2. Länder mit mittlerem
Hepatitis A-Risiko sind beispielsweise 3. Länder mit geringem
Hepatitis A-Risiko: Wie kommt es zur Infektion? Die Hepatitis A wird durch direkten Kontakt mit infektiösem Stuhl oder durch indirekten Konkakt über verunreinigte Lebensmittel übertragen. Unsaubere sanitäre Anlagen, die von vielen Personen benutzt werden - z. B. auf Campingplätzen - stellen eine grosse Gefahr dar. Verunreinigte Lebensmittel wie z. B. rohes ungeschältes Obst, Gemüse und Salate, nicht abgekochtes Trinkwasser - auch als Eiswürfel oder Speiseeis - können ebenfalls Infektionsquellen sein. Eine besondere Gefahrenquelle können alle Arten von Meeresfrüchten sein, die aus verunreinigten Gewässern stammen. In Muscheln und Austern kann sich das Hepatitis A-Virus anreichern. Wenn Krustentiere und Meeresfrüchte roh oder unvollständig gegart verzehrt werden, erhöht sich das Infektionsrisiko um ein Vielfaches. Wer kann sich infizieren? Etwa die Hälfte aller Hepatitis A-Infektionen, die jährlich in der Schweiz gemeldet werden, sind unerwünschte Reisemitbringsel. Touristen in Hoch- und Mittelendemiegebieten sind daher die Hauptrisikogruppe. Einem hohen Infektionsrisiko unterliegen Camper, Tramper und lndividualreisende, die oft „unterhalb" von westlichen Hygienestandards reisen, den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung suchen und sich in den landesüblichen Garküchen verpflegen. Aber auch Reisende, die sich nur in sehr guten oder sogar 5-Sterne-Hotels aufhalten, sind dadurch nicht geschützt. Wie schützt man sich vor Hepatitis A? Für Reisende in Endemiegebieten ist das Einhalten einer persönlichen Hygiene (Händewaschen!) oberstes Gebot. Bei Reisen in Tropen hat der Spruch "Cook it, boil it, peel it or forget it ( «Koch', brüh', schäl' oder vergiss es!») noch immer seine Gültigkeit. Auf ungekochte Speisen wie Salate, rohe Früchte oder auf unzureichend gegarte Fische und Meeresfrüchte sollte man am besten ganz verzichten und Trinkwasser - auch zum Zähneputzen - nur abgekocht verwenden. Grösste Vorsicht ist auch bei Speiseeis und Eiswürfeln geboten.
Für Reisende in Länder mit grossem Hepatitis A Vorkommen. Die Impfung sollte 14 –28 Tage vor Abreise vorgenommen werden. Sie ist fast schmerzlos und gut verträglich (Spritze in Oberarm). Reisenden, welche an der Hapatitis C erkrankt sind, wird ebenfalls eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen, da die Krankheit schwerer verlaufen kann. Bei Kindern sollte man individuell
vorgehen: - Wenn die Reise in ein Hochrisikoland
führt. In diesem Falle kann der Impfstoff Havrix junior zur Anwendung kommen.
Bezahlt die Kasse die Hepatitis A Impfung? Die Impfung gegen Hepatitis A ist nicht Pflichtleistung der Grundversicherung. Besteht eine Zusatzversicherung, bezahlt die Kasse einen Teil. Der Impfstoff kostet für Erwachsene rund 70 Fr. (Havrix 1440); für Kinder 60 Fr. (Havrix junior)
Havrix enthält inaktivierte
Viren aus Zellkulturen. Nach der Impfung bildet das Immunsystem schützende
Antikörper. Der Impfschutz beginnt 2 Wochen nach Impfung. Nach 4
Wochen wird ein nahezu 100%iger Schutz erreicht, der rund 1 Jahr anhält.
Durch eine erneute Impfung (Auffrischimpfung) 6-12 Monate nach der ersten
Injektion oder vor einem weiteren Tropenaufenthalt kann ein Langzeitschutz
von ungefähr 10-20 Jahren erreicht werden. Der Impfstoff ist
gut verträglich. |